15. Juni 2027
10:00 – 13:00 Uhr
Großeltern, Eltern, Pflegeeltern – alles gleichzeitig?!
Wenn Verwandte die Verantwortung für die Erziehung eines jungen Menschen übernehmen, verändern sich die Rollen und Beziehungen innerhalb der Familie. Beispielsweise werden aus Großeltern Pflegeeltern, die gleichzeitig Eltern ihrer erwachsenen Kinder bleiben. Doch was bedeuten diese Veränderungen für die jungen Menschen? Und wie können verwandte Pflegepersonen dabei unterstützt werden, ihren unterschiedlichen Rollen und Verantwortlichkeiten gerecht zu werden?
Verwandtenpflege bietet jungen Menschen die Chance, in vertrauten Beziehungen und familiären Zusammenhängen aufzuwachsen. Gleichzeitig können sich durch die veränderten Rollen neue Erwartungen, Spannungen und Loyalitätskonflikte ergeben. Wer übernimmt welche Verantwortung? Wie können familiäre Beziehungen erhalten und neu gestaltet werden? Und wie gelingt es, die Bedürfnisse, Wünsche und Rechte junger Menschen im Blick zu behalten, wenn unterschiedliche Interessen innerhalb der Familie aufeinandertreffen?
Für Fachkräfte ergibt sich daraus die Aufgabe, gewachsene Familienbeziehungen anzuerkennen und gleichzeitig bei der Klärung von Rollen, Grenzen und Verantwortlichkeiten zu unterstützen. Dabei gilt es, die Perspektiven aller Beteiligten einzubeziehen und verwandte Pflegepersonen so zu begleiten, dass sie ihre Erziehungs- und Schutzverantwortung wahrnehmen können.
In dieser Online-Veranstaltung beschäftigen wir uns mit den besonderen Rollenkonstellationen in der Verwandtenpflege und den daraus entstehenden Beratungs- und Unterstützungsbedarfen. Wir richten den Blick darauf, welche Unterstützung verwandte Pflegepersonen selbst als hilfreich erleben und wie Fachkräfte Familien darin stärken können, ihre Beziehungen im Interesse der jungen Menschen zu gestalten. Fachliche Impulse und gemeinsame Reflexion bieten Anregungen für eine kinderrechtsorientierte Beratung und Begleitung von Verwandtenpflegefamilien.
Referentin: Ina Ruchholz (Perspektive gGmbH)
Teilnahmegebühr: 92 €

Impulsveranstaltung (1/4)
28. Oktober 2025
Noch ganz am Anfang oder schon mittendrin? Zugänge in der Verwandtenpflege
Bei Verwandtenpflegeverhältnissen lebt ein großer Teil der jungen Menschen bereits bei ihren Verwandten, bevor es zu einer offiziellen Anerkennung kommt. Soll dieses familiale Arrangement formell anerkannt werden, geschieht dies im sogenannten ‚Nachvollzug‘. Das bedeutet – vor allem im Vergleich zu anderen Formen der Vollzeitpflege – andere Startbedingungen für die Zusammenarbeit zwischen den Familien und Fachkräften.
In dieser Veranstaltung richten wir den Fokus auf das Anerkennungsverfahren, damit verbundene Kriterien, den Zugang zu einer vertrauensvollen Arbeitsbeziehung mit Verwandtenpflegefamilien sowie die Frage nach der Akquise in der Verwandtenpflege.
Wir haben eine Verwandtenpflegeperson zu Gast, die über Ihr Erleben des Anerkennungsverfahrens und der ersten Zeit als Verwandtenpflegefamilie berichtet.
Impulsveranstaltung (2/4)
20. Januar 2026
Gleichzeitig Großeltern, Eltern und Pflegeeltern: Was brauchen verwandte Pflegepersonen?
Durch die Aufnahme eines Kindes aus der eigenen Familie verschieben sich die Rollen innerhalb eines Familiensystems: Großeltern übernehmen die Erziehungsaufgaben der Eltern und bleiben gleichzeitig Großeltern sowie Eltern ihrer Kinder. Die Familie muss sich neu strukturieren und ihre neuen Rollen ausdifferenzieren. Daraus resultiert ein besonderer Beratungsbedarf, der sich vor allem in einer Klärung der verschiedenen Rollen der Beteiligten zeigt.
Wir richten den Fokus darauf, wie Fachkräfte diesen Bedarf decken können und welche Unterstützung verwandte Pflegepersonen darüber hinaus als hilfreich bewerten.
Impulsveranstaltung (3/4)
14. April 2026
Wer beteiligt hier eigentlich wen? Beteiligung in der Verwandtenpflege.
Während in der Vollzeitpflege immerhin die Pflegeeltern oft aktiv an der Hilfeplanung beteiligt werden, ist dies bei verwandten Pflegepersonen nicht die Regel. Fachkräfte beschreiben, dass sie bei den Familien „keinen Fuß in die Tür kriegen“ und den Eindruck haben, dass Vieles ohne ihr Wissen läuft. Auch die Beteiligung der jungen Menschen gestalte sich schwierig.
In dieser Impulsveranstaltung richten wir den Blick auf die Voraussetzungen von Beteiligung, konkrete Methoden sowie die Reflexion der eigenen Rolle und Haltung – entlang der Frage, wer wen eigentlich woran in Verwandtenpflegeverhältnissen beteiligt.
Impulsveranstaltung (4/4)
23. Juni 2026
Unter dem Radar: Eltern in der Verwandtenpflege
Die Zusammenarbeit mit Eltern ist ein empirisch abgesicherter und zuweilen dennoch unterschätzter Gelingensfaktor für den Erfolg einer Erziehungshilfemaßnahme. In der Verwandtenpflege sind neben den klassischen Fragen (z.B. nach der Zuständigkeit) die familiären Beziehungen und ggf. generationalen Verstrickungen zu berücksichtigen.
In dieser Veranstaltung nehmen wir die Zusammenarbeit mit der Personengruppe in den Blick, die auch heute noch zu oft „hinten runterfällt“ und suchen konkrete Antworten darauf, wie ein Umgang mit den von Fachkräften vermuteten „heimlichen“ Besuchskontakten aussehen kann.




