Austauschformat am 1. Oktober 2026 in Essen

Banner für das Austauschformat der 'Qualitätsoffensive Pflegekinderhilfe NRW' 2026 in Essen

Mein Leben – Deine Praxis
 
Junge Menschen und Fachkräfte im Austausch

Die Qualität der Pflegekinderhilfe entscheidet sich nicht nur in Verfahren und Konzepten, sondern in der gelebten Beziehung zwischen jungen Menschen und Fachkräften und in der Möglichkeit aller Beteiligten, diese Beziehungen mitzugestalten.

Fühlen junge Menschen sich gesehen, können sie Vertrauen aufbauen, trauen sie sich, ihre Sicht, ihre Fragen und auch ihre Kritik einzubringen?

Eine vertrauensvolle Beziehung ist auch Voraussetzung dafür, dass junge Menschen ihre Rechte wahrnehmen können. Wenn Beziehung und Vertrauen vorhanden sind, besteht die Möglichkeit, sich an Fachkräfte zu wenden, auf Unrecht aufmerksam zu machen und Unterstützung zu suchen.

Die Veranstaltung zum Thema „Mein Leben – Deine Praxis. Junge Menschen und Fachkräfte im Austausch“ im Rahmen der Qualitätsoffensive Pflegekinderhilfe NRW bringt junge Menschen, die in Pflegeverhältnissen aufwachsen oder aufgewachsen sind, und Fachkräfte der Pflegekinderhilfe miteinander ins Gespräch.

Im Mittelpunkt steht die Beziehungsqualität als zentrales Merkmal einer beteiligungsorientierten, schützenden und wirksamen Pflegekinderhilfe.

Programm
01.10.2026, 09:45 Uhr – ca. 18:00 Uhr
im Unperfekthaus in Essen

 

09:45 – 10:15 | Ankommen
Offenes Ankommen bei Getränken und Snacks. Erste Orientierung, informelles Kennenlernen.

10:15 – 10:45 | Begrüßung & Rahmen
Einführung in den Tag, Ablauf und gemeinsame Haltung.

10:45 – 11:30 | Einstieg: Was bedeutet Beziehung für mich? – Zwei Sichtweisen. Ein Hilfesystem.
Moderiertes Gespräch

11:30 – 12:00 | Austausch zum aktiv werden
Raumpositionierung und individuelle Resonanz auf den Einstieg.

12:00 – 12:15 | Angeleitete Bewegungspause oder individuelle Pause
Kurze Aktivierung, Zeit zum Durchatmen. Vom Kopf in den Körper.

12:15 – 15:45 | Workshops
Kreative Workshops (Workshopbeschreibungen siehe unten).
Die Gruppen nutzen kreative Zugänge, um sich mit unterschiedlichen Themen auseinanderzusetzen.

Mittagessen
Die 45 – minütige Pause mit Essensangebot findet gestaffelt innerhalb der Workshopphase statt.

15:45 – 16:15 | Angeleitete Erholungspause oder individuelle Pause
Zeit für Ruhe, Rückzug und Stärkung.

16:15 – 17:30 | Präsentation der Ergebnisse
Freiwillige Präsentationen und/oder Resonanzen aus den Workshops im Plenum.

17:30 – 18:00 | Ausklang
Gemeinsamer Abschluss, Gelegenheit zur Reflexion und informeller Austausch.


Download Programm (PDF 149 KB)

Workshops

Mit einer bunten, vielfältigen und kreativen Auswahl an Methoden werden junge Menschen und Fachkräfte in den spannenden Raum der Worte einladen.

In einem geschützten Rahmen können für die eigenen Geschichten, für Begegnung mit uns selbst und mit anderen, für die eigenen Erlebnisse und Erfahrungen mit dem Leben in der Pflegefamilie und der Begleitung von Pflegefamilien Worte gefunden werden.

Dabei bedienen wir uns verschiedener Möglichkeiten:

Wir nutzen „geliehene“ Worten in Formen von Schnipseln und lassen damit Collagen, Gedichte und Geschichten entstehen. Vielleicht erschaffen wir auch aus alten Büchern und Romanseiten ein kleines Kunstwerk. Oder wir schreiben Erinnerungsfragmente, basteln Mindmaps, schreiben Briefe an unser früheres Ich, an unser zukünftiges Ich, an wichtige Menschen oder an die, die uns sonst noch einfallen.

Wir lassen Worte und Gedanken sprudeln. Mit Spaß und ohne Druck. Es muss sich nichts reimen, es muss nichts vorgelesen werden, es kann zu zweit oder allein geschrieben werden.

Workshopleitung: Judith Pierlings

Judith-Pierlings Durch den Workshop begleitet Judith Pierlings,
Dipl. Pädagogin/Dipl. Sozialpädagogin, Trainerin für Biografiearbeit i.A., Sie ist seit über 15 Jahren in der Pflegekinderhilfe „unterwegs“ und beschäftigt sich schon immer mit den unterschiedlichen Perspektiven der beteiligten Personen auf das Leben und Aufwachsen in Pflegefamilien. Aktuell arbeitet sie beim Landesjugendamt in Köln.

It’s my (!) life — Theaterlabor schafft einen achtsam gerahmten künstlerischen Raum, in dem die Teilnehmenden spielerisch Szenen, Figuren und Handlungsmöglichkeiten ausprobieren können. Gemeinsam gestalten sie kurze theatralische Formate: keine Schauspiel-Vorerfahrung nötig, nur Neugier und Lust am Ausprobieren. Das Theaterlabor ist eine Einladung, das eigene Leben als Möglichkeitsraum zu erkunden, neue Perspektiven zu entdecken und Selbstwirksamkeit zu stärken – poetisch, mutig und lustvoll.

Workshopleitung: Sandra Anklam

Sandra Anklam Sandra Anklam ist Erziehungswissenschaftlerin, Theaterpädagogin (BuT®), Drama- und Theatertherapeutin (DGfT), Systemische Supervisorin und Coach (DGSF), Heilpraktikerin (Psychotherapie), Gestaltberaterin, PEP®-Trainerin, Playfight-Facilitatorin und Tanztherapeutin.

Auf spielerische und kreative Weise wollen wir uns in diesem Workshop der Kunstform Rap zuwenden und vor allem selbst aktiv werden. Texte schreiben, rappen und im besten Fall auch aufnehmen. Wie das alles funktioniert? Das erfahrt ihr in diesem Workshop. Vorkenntnisse und Erfahrungen sind überhaupt nicht notwendig.

Workshopleitung: Frederik Schreiber („Schlakks“)

Frederik Schreiber

Foto: © Nikita Teryoshi

Frederik Schreiber ist als freischaffender Künstler tätig. Unter dem Namen „Schlakks“ veröffentlicht er seit vielen Jahren Rapmusik und spielt Konzerte im deutschsprachigen Bereich. Des Weiteren ist er als freier Dozent in der akademischen Lehre und in der kulturellen Bildung tätig, wobei seine Seminare und Workshops vor allem kreativen Bezug haben.

Jugendliche und Fachkräfte begegnen sich oft nur in ihren Rollen: hier das Pflegekind, dort die Sozialarbeiter:in. Aber da steckt viel mehr dahinter. In diesem Workshop fragen wir gemeinsam: Wer bin ich eigentlich alles? Musikfan, Schwester, Gamer:in, Mutter, Fußballfan, Skater:in, Hundemensch etc.

Wir greifen zu Farbe und Stift und machen diese Vielfalt sichtbar: bunt, persönlich und ganz ohne Kunstkurs. Kein richtig oder falsch, nur du und das, was dich ausmacht. Was dabei entsteht, teilen wir miteinander und entdecken dabei auch, was wir gemeinsam haben.

Workshopleitung: Doris Reich

Doris Reich

Foto: © Nike Gais

Doris Reich ist systemischer Coach, LifeScript-Coach und Journal-Writing-Coach und verbindet in ihrer Arbeit biografische Tiefe mit kreativen Methoden. Sie begleitet Menschen dabei, ihre innere Vielfalt sichtbar zu machen, mit Stift, Farbe und der eigenen Geschichte. Mit Leichtigkeit und einem Augenzwinkern schafft sie Räume, in denen Begegnung wirklich möglich wird.

Wie fühlt sich Beziehung an? Wann fühlen wir uns gesehen, unterstützt oder ausgeschlossen? In diesem Workshop setzen sich die Teilnehmenden über Bewegung, Rhythmus und Hip-Hop mit verschiedenen Formen von Beziehung auseinander. Dabei stehen nicht tänzerische Vorerfahrungen im Vordergrund, sondern persönlicher Ausdruck, gemeinsame Erfahrungen und das Erleben von Gemeinschaft wie es im Hip Hop schon lange verwurzelt ist.

Durch einfache Bewegungsaufgaben, kleine Choreografieelemente und kreative Gruppenprozesse entstehen Momente von Vertrauen, Nähe, Distanz und Zusammenarbeit. Die Teilnehmenden lernen, Gefühle und Erfahrungen nonverbal auszudrücken und gemeinsam sichtbar zu machen. Bewegung wird dabei als Sprache genutzt, um unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und neue Zugänge zueinander zu finden. Am Ende entstehen gemeinsame Bewegungssequenzen, die zeigen, wie unterschiedlich Beziehung erlebt wird und wie viel Verbindung durch Musik, Rhythmus und Bewegung entstehen kann.

Workshopleitung: Thiago Heffels
Thiago Heffels
  Thiago Heffels ist Lehrer für Sport und Sonderpädagogik am Berufskolleg Bleibergquelle und arbeitet seit mehreren Jahren mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen in schulischen sowie außerschulischen Kontexten. Neben seiner pädagogischen Tätigkeit ist er als Kurstrainer im Bereich Dancefit tätig und engagiert sich in verschiedenen Jugend- und Campprojekten in den Bereichen Musik und Tanz und performt auch selbst noch bei verschiedenen Veranstaltungen. Sein persönlicher Schwerpunkt liegt dabei im Hip-Hop und in der Verbindung von Bewegung, Rhythmus und kreativer Energie. Ihm ist wichtig, Menschen über Musik und Bewegung zusammenzubringen, neue Erfahrungen zu schaffen und eine Atmosphäre zu entwickeln, in der man einfach man selbst sein kann und es schafft für sich selbst neue Perspektiven, Kreativität und Ausdrucksmöglichkeiten zu finden.

In diesem Workshop nutzen wir die Fotografie als Brücke und Medium, um die Dynamik zwischen jungen Menschen und Fachkräften sichtbar zu machen. Bilder sagen oft mehr als Worte – sie fangen Emotionen ein, spiegeln Perspektiven wider und können festgefahrene Sichtweisen aufbrechen. Gemeinsam wollen wir erforschen, wie visuelle Impulse im pädagogischen Alltag genutzt werden können, um Vertrauen aufzubauen und echte Teilhabe zu ermöglichen. Die Teilnehmenden erwartet ein kreativer, praxisnaher Austausch, bei dem wir aktiv mit Bildmaterial arbeiten und die Wechselwirkung von Wahrnehmung und Beziehung erleben. Es sind keine fotografischen Vorkenntnisse erforderlich – nur Neugier und die Bereitschaft, die Perspektive zu wechseln.

Bitte ein Handy oder eine Kamera mitbringen für die Aufnahmen im Workshop!

Workshopleitung: Hermann Hops

Hermann Hops   Hermann Hops ist langjähriger Mitarbeiter bei Löwenzahn Erziehungshilfe e.V., wo er aktuell in der Phase der Altersteilzeit unter anderem kreative Workshops für Pflegeeltern begleitet. Neben seiner pädagogischen Arbeit ist er ausgebildeter Musiktherapeut – eine Expertise, die seine Arbeit auf besondere Weise bereichert. Zudem schlägt sein Herz seit vielen Jahren für die Fotografie.

Wie klingt eigentlich die Sicht der „anderen Seite“? In diesem Workshop entwickeln wir gemeinsam eine kurze Podcastepisode. Es geht um kleine Interviews oder Audio-Statements rund um Beziehung, Pflegekinderhilfe und eure Erfahrungen als junge Menschen und Fachkräfte. Ihr arbeitet dabei in Tandems oder kleinen Teams zusammen – neugierig, kreativ und auf Augenhöhe. Ihr lernt, Fragen zu entwickeln, Gespräche spannend zu gestalten und eure Perspektiven hörbar zu machen. Begleitet werdet ihr von einem erfahrenen Journalisten, der euch technisch und journalistisch unterstützt – vom ersten Gespräch bis zum fertigen Audioformat.

Workshopleitung: Stephan Kern

Stephan Kern   Stephan Kern interessiert sich für Menschen, deren Geschichten und hört gerne zu, weshalb sein Weg in den Journalismus geführt hat. Seit über 15 Jahren arbeitet er als Journalist für Tageszeitungen, Lokalradios sowie für den Westdeutschen Rundfunk und den Deutschlandfunk. In den vergangenen Jahren lag sein Schwerpunkt insbesondere auf Fernsehbeiträgen für die „Lokalzeit“ und auf Radioproduktionen für den WDR. Darüber hinaus produziert er regelmäßig Beiträge für das Deutschlandfunk-Format „Campus & Karriere“. Neben seiner journalistischen Arbeit ist er Host des Podcasts „Kunst!Rasen Open-Air-Konzert Sommer Bonn“.

Was passiert, wenn wir aufhören zu erklären – und anfangen zu erzählen? In diesem Poetry-Slam-Workshop schreiben und sprechen junge Menschen und Fachkräfte gemeinsam über das, was bleibt: Momente des Vertrauens, der Enttäuschung, des Abschieds und des Neuanfangs. Übergänge in der Pflegekinderhilfe sind oft Wendepunkte, an denen Beziehungen sich entscheiden – und in diesem Workshop kommen genau diese Wendepunkte zur Sprache. Ohne Diskussion, ohne Bewertung: Wir hören einander zu. Versuchen, zu verstehen. In kurzen Texten und gesprochenen Beiträgen entstehen emotionale Wahrheiten, die im Gespräch allein oft unsagbar bleiben. Der Workshop braucht keine Vorerfahrung mit dem Schreiben – nur die Bereitschaft, sich von Sprache überraschen zu lassen.

Workshopleitung: Dorian Steinhoff

Dorian Steinhoff

Foto: © Marco Piecuch

  Dorian Steinhoff, geboren 1985 in Bonn, ist deutsch-österreichischer Autor und Literaturvermittler aus Köln. Er veröffentlicht Prosa und schreibt für Bühne und Radio; für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, seine Texte liegen in fünf Sprachen vor. Als Gründer und Künstlerischer Leiter des Storytelling-Inkubators phileas FESTE entwickelt er neue Formen des Erzählens. Seit 2008 gestaltet er unter dem Label „Mund auf!“ Poetry-Slam-Workshops an Schulen, Universitäten und für Kulturinstitutionen auf der ganzen Welt.

Am Veranstaltungstag können sich die Teilnehmenden für die Workshops eintragen. Die Tandems können, aber müssen nicht den gleichen Workshop besuchen.

Worum geht es?

Aus unterschiedlichen Perspektiven wird gemeinsam erkundet:

  • Was macht eine gute Beziehung in der Pflegekinderhilfe aus?
  • Wie erleben junge Menschen Nähe, Distanz, Vertrauen und Unterstützung?
  • Was bedeutet professionelle Nähe – und was brauchen junge Menschen im Laufe ihres Aufwachsens und Fachkräfte jeweils?
  • Wie beeinflussen Machtverhältnisse und Adultismus Beziehungen?
  • Und wie kann Beziehung dazu beitragen, dass Beteiligung, Schutz und Rechte wirklich umgesetzt werden?


Austausch auf Augenhöhe

Ein zentrales Anliegen dieses Tages ist es, junge Menschen und Fachkräfte auf Augenhöhe zusammenzubringen.
Die Erfahrungen junger Menschen aus ihrem Leben in Pflegeverhältnissen und das professionelle Wissen von Fachkräften werden als gleichwertige Perspektiven verstanden.

Junge Menschen sind Expert*innen ihrer eigenen Lebensrealitäten.
Fachkräfte bringen ihre Praxis, ihre Fragen und ihre professionellen Herausforderungen ein. Ziel ist ein gegenseitiges Zuhören, Verstehen und Lernen.

Logo für die Qualitaetsoffensive Pflegekinderhilfe NRW

Anmeldung für das Austauschformat am 1.10.2026 in Essen
– Anmeldeschluss ist der 03.08.2026 –

 

Informationen zur Anmeldung beachten

Hier können Sie sich/ kannst Du dich für die Veranstaltung „Mein Leben – Deine Praxis. Junge Menschen und Fachkräfte im Austausch“ der „Qualitätsoffensive Pflegekinderhilfe NRW“ anmelden.

WICHTIG: Nur für Fachkräfte in NRW ansässigen Institutionen und junge Menschen.

 

* Pflichtfeld

    Erklärung für Fachkräfte*



    Datenschutzerklärung

    Info des jungen Menschen*

    Ich komme mit:

    Zustimmung DSGVO*

    Datenschutzerklärung



    Wie läuft die Veranstaltung ab?

    Zu Beginn gibt es eine ein moderiertes Gespräch, in dem verschiedene Perspektiven auf das Thema (professionelle) Nähe, Beziehungsgestaltung und Qualität in der Pflegekinderhilfe sichtbar werden.

    Im Anschluss folgt eine ausführliche Workshopphase, die das Herzstück des Tages bildet. Es werden unterschiedliche kreativen Workshops angeboten, in denen junge Menschen und Fachkräfte sich mit einem selbst gewählten Thema beschäftigen.

    Der Austausch erfolgt über unterschiedliche Formen der Verständigung: kreativ, auf Augenhöhe und erfahrungsbezogen. So soll Verständnis entstehen – auch, oder gerade dort, wo Erfahrungen unterschiedlich oder widersprüchlich sind.

    Am Ende der Workshopphase gibt es die Möglichkeit, Ergebnisse zu präsentieren.


    Warum lohnt es sich teilzunehmen?

    • Junge Menschen können ihre Perspektiven einbringen und sichtbar machen, was sie brauchen.
    • Fachkräfte erhalten andere Einblicke in die Lebensrealitäten junger Menschen.
    • Beide Seiten können voneinander lernen und neue Sichtweisen entwickeln.
    • Gemeinsam entstehen Impulse für eine beziehungsorientierte, beteiligungsorientierte Pflegekinderhilfe.


    Eingeladen sind

    • Junge Menschen (ab 12 Jahren), die in Pflegeverhältnissen aufwachsen oder aufgewachsen sind
    • Fachkräfte der Pflegekinderhilfe in NRW (z. B. aus Jugendämtern, freien Trägern, Beratung)

    Anmeldeschluss für das Austauschformat ist der 03.08.2026.


    Die Anmeldung erfolgt im Tandem:
    Sie nehmen gemeinsam mit einem jungen Menschen teil, den Sie ansprechen. Sowohl der junge Mensch als auch Sie müssen sich für die Veranstaltung über das Anmeldeformular anmelden.

    Einen Vordruck für die Beurlaubung von Schule/ Ausbildung können die jungen Menschen nach einer Anmeldung zur Veranstaltung erhalten.

    Informationen zur Veranstaltungen

    Termin: Donnerstag, 1. Oktober 2026
    09:45 Uhr –  ca. 18:00 Uhr
    Ort: Unperfekthaus, Friedrich-Ebertstr. 18-20, 45127 Essen
    Kurzinfo zum Unperfekthaus
    Leitung: LVR & LWL, Perspektive gGmbH
    Teilnehmendenzahl: max. 80 Personen
    Kosten: kostenfrei im Rahmen der Qualitätsoffensive Pflegekinderhilfe NRW
    Verpflegung: Für Getränke und Essen ist gesorgt.

    Informationen zum Download

    Teilnahme – Infos für junge Menschen

    Einen Vordruck für die Beurlaubung von Schule/ Ausbildung können die jungen Menschen nach einer Anmeldung zur Veranstaltung erhalten.

    Wenn du möchtest, kannst du gemeinsam mit einer Fachkraft, die du kennst, an dem Fachtag teilnehmen. Ihr meldet euch zusammen an. Wichtig ist: Du entscheidest selbst, ob du dabei sein willst oder nicht.

    Ja. Auf jeden Fall.
    Niemand darf dich überreden. Ein Nein ist okay – und ein Ja darfst du auch jederzeit wieder zurückziehen.

    Die Fachkraft, die dich anspricht, muss dir erklären:

    • worum es bei dem Fachtag geht,
    • was dort passiert,
    • wer noch dabei ist
    • und was von dir erwartet wird – und was nicht.

    Wenn dir etwas unklar ist, darfst du jederzeit nachfragen.

    Nein. Du musst nichts erzählen, was du nicht erzählen möchtest.
    Du kannst zuhören, mitmachen, kreativ sein oder einfach beobachten. Alles ist freiwillig.

    Das ist völlig in Ordnung.
    Du kannst vor oder während des Fachtags sagen, dass du nicht (mehr) teilnehmen möchtest. Deine Entscheidung wird respektiert.

    Eigentlich nur eines:
    Dass du so da bist, wie es für dich passt. Mehr nicht.

    Ja. Es gibt Ansprechpersonen, an die du dich wenden kannst, wenn du Fragen hast oder dir etwas unangenehm ist. Du bist nicht allein.

    Informationen zur Anmeldung – Für Fachkräfte

    Die Anmeldung erfolgt paarweise:
    Eine Fachkraft nimmt gemeinsam mit einem jungen Menschen am Fachtag teil.

    Ziel ist es, dass beide bereits vorab miteinander ins Gespräch kommen und sich bewusst für die gemeinsame Teilnahme entscheiden. Darüber hinaus wird dadurch angestrebt, dass eine möglichst gleichmäßige Verteilung von jungen Menschen und Fachkräften bei der Veranstaltung erreicht wird. So können beide Gruppen gleichberechtigt voneinander profitieren und die Vielfalt der Perspektiven optimal genutzt werden.

    Ja. Die Teilnahme ist vollständig freiwillig und erfolgt auf Grundlage einer selbstbestimmten Entscheidung. Ein Nein ist jederzeit möglich – auch nach einer ersten Zusage.

    Fachkräfte verpflichten sich, junge Menschen verständlich, ehrlich und transparent über den Fachtag zu informieren:

    • Worum geht es?
    • Was passiert dort?
    • Wer nimmt teil?
    • Was wird erwartet – und was nicht?

    Junge Menschen sollen eine informierte Entscheidung treffen können. Als Informationsmaterial kann der Flyer, die Informationen zur Anmeldung für junge Menschen und die FAQ für junge Menschen genutzt werden.

    Mit der Anmeldung erklären Fachkräfte verbindlich:

    • Ich nehme die Herausforderung an, einen jungen Menschen für eine gemeinsame Teilnahme an dem Fachtag zu motivieren.
    • Ich achte die Freiwilligkeit der Teilnahme.
    • Ich wahre die Rechte junger Menschen auf Information, Mitbestimmung und Selbstbestimmung.
    • Ich stelle alle relevanten Informationen zur Verfügung, damit eine informierte Entscheidung möglich ist.
    • Ich akzeptiere ein Nein – auch dann, wenn ich selbst gern teilnehmen möchte.

    Im Anmeldeformular wird dies durch entsprechende Bestätigung („Häkchen setzen“) sichtbar gemacht.


    Alle Teilnehmenden – junge Menschen wie Fachkräfte – erklären mit der Anmeldung ihre Bereitschaft, 

    • sich auf einen respektvollen Austausch auf Augenhöhe einzulassen,
    • unterschiedliche Perspektiven auszuhalten,
    • persönliche Grenzen zu respektieren,
    • und den vereinbarten Rahmen des Fachtags mitzutragen.

    FAQ für junge Menschen

    An dem Tag geht es darum, junge Menschen und Fachkräfte aus der Pflegekinderhilfe zusammenzubringen. Es geht um Beziehungen, Vertrauen, Nähe, Mitbestimmung und darum, was im Kontakt mit Fachkräften oder in deiner Pflegefamilie gut läuft und was vielleicht auch nicht.

    Weil junge Menschen oft sagen, dass ihre Erfahrungen zu wenig gehört werden.
    Und weil gute Pflegekinderhilfe nur dann funktioniert, wenn Beziehungen ernst genommen werden. Deine Sicht ist wichtig und kann helfen, Dinge zu verändern.

    Junge Menschen, die in Pflegeverhältnissen leben oder gelebt haben. Du musst nichts „Besonderes“ mitbringen – deine Erfahrungen reichen völlig aus.

    Nein. Du musst nichts erzählen, was du nicht erzählen möchtest.
    Du entscheidest selbst, wie viel du sagen willst – oder ob du lieber zuhörst, mitmachst oder etwas aufschreibst, malst oder dich anders ausdrückst.

    Der Austausch findet in einem geschützten Rahmen statt. Es geht um respektvolles Zuhören und darum, voneinander zu lernen. Niemand wird gedrängt oder bewertet.

    Nein. Du bestimmst selbst, worüber du sprechen möchtest. Es geht nicht darum, deine ganze Geschichte zu erzählen oder Dinge zu wiederholen, die sich nicht gut anfühlen.

    Ja, Fachkräfte sind dabei. Sie nehmen teil, um zuzuhören, zu lernen und ihre Arbeit zu reflektieren. Der Tag ist so gestaltet, dass junge Menschen und Fachkräfte auf Augenhöhe miteinander sprechen können.

    Es gibt verschiedene kreative und abwechslungsreiche Workshops. Es wird also nicht nur geredet, sondern auch andere Wege genutzt, um sich auszudrücken. Mit welchem Thema sich beschäftigt wird, entscheidet die Gruppe selbst.

    Nein. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Es geht darum, wie du Dinge erlebst und das darf niemand als richtig oder falsch bewerten.

    Ja, auf jeden Fall. Zuhören ist genauso okay wie Mitreden. Du kannst dich jederzeit einbringen oder auch erstmal nur zuhören und beobachten. Es besteht auch die Möglichkeit, dass du dich zurückziehst, wenn du eine Pause brauchst.

    • Deine Stimme wird gehört.
    • Du kannst sagen, was dir wichtig ist.
    • Du triffst andere junge Menschen mit ähnlichen Erfahrungen.
    • Du kannst mithelfen, dass Pflegekinderhilfe besser wird.

    Vor und während der Veranstaltung gibt es Ansprechpersonen, an die du dich jederzeit wenden kannst, wenn du Fragen hast oder dir etwas unklar ist.

    FAQ für Fachkräfte

    „Mein Leben – Deine Praxis“ ist ein dialogisches Austauschformat für junge Menschen und Fachkräfte der Pflegekinderhilfe. Im Mittelpunkt steht die Beziehungsqualität als zentrales Merkmal einer beteiligungsorientierten, schützenden und wirksamen Pflegekinderhilfe.

    Beziehung ist Voraussetzung für Beteiligung, Schutz und Rechtewahrnehmung. Wenn junge Menschen Vertrauen zu Fachkräften haben, erhöht das die Möglichkeit, dass sie sich bei Problemen, Beschwerden oder Unsicherheiten an sie wenden. Beziehung ist damit kein zusätzlicher Aspekt, sondern grundlegend für fachliches Handeln.

    Fachkräfte nehmen nicht die Rolle von Expert*innen ein. Sie bringen ihre Praxisperspektive, Fragen und Erfahrungen ein und kommen mit jungen Menschen auf Augenhöhe in den Austausch. Zuhören, Nachfragen und gemeinsame Reflexion stehen im Vordergrund.

    Nein. Das Format ist kein Bewertungs- oder Kontrollraum. Es geht nicht um individuelle Fälle oder Leistungsbeurteilungen, sondern um gemeinsame Verständigung, Lernen und Weiterentwicklung. 

    Machtasymmetrien zwischen jungen Menschen und Fachkräften werden bewusst thematisiert. Das Format ist so gestaltet, dass junge Menschen ihre Perspektiven selbstbestimmt einbringen können und Fachkräfte eingeladen sind, die eigene Rolle reflektierend zu betrachten.

    Zu Beginn gibt es eine kurze Podiumsdiskussion bzw. ein moderiertes Gespräch zu Beziehung, Nähe und Qualität in der Pflegekinderhilfe. Anschließend folgt eine längere Workshopphase mit kreativen und dialogischen Formaten, in denen junge Menschen und Fachkräfte gemeinsam arbeiten und diskutieren. Mit welchem Thema sich beschäftigt wird, entscheidet die Gruppe selbst.

    Der Austausch findet in einem geschützten Rahmen statt. Es werden keine personenbezogenen Daten oder konkrete Fälle dokumentiert oder weitergegeben.

    Fachkräfte gewinnen:

    • direkte Einblicke in die Perspektiven und Erfahrungen junger Menschen,
    • Impulse zur Reflexion des eigenen professionellen Handelns,
    • Anregungen zur Gestaltung tragfähiger Beziehungen,
    • neue Sichtweisen auf Beteiligung, Schutz und Nähe,
    • Austausch mit anderen Fachkräften außerhalb des eigenen Arbeitskontexts.

    Erwartet wird die Bereitschaft,

    • jungen Menschen zuzuhören,
    • die eigene Praxis reflektierend zu betrachten,
    • sich auf einen offenen, respektvollen Austausch einzulassen,
    • unterschiedliche Perspektiven auszuhalten.

    Das Format richtet sich an Fachkräfte der Pflegekinderhilfe in NRW und junge Menschen (ab 12 Jahren), die in einer Pflegefamilie leben oder gelebt haben.


    gefördert vom

    Logo für das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration


    im Auftrag von

    Logo LVR